Machtmissbrauch

Geistliche Manipulation in der Freikirche?

Als Jesus ans Land stieg, sah er die vielen Menschen und hatte Erbarmen mit ihnen; denn sie waren wie Schafe ohne Hirten. Und er belehrte sie über vieles. (Markus 6,34)

Jeder, den der Vater mir gibt, kommt zu mir, und wer zu mir kommt, den stoße ich nicht hinaus. (Johannes 6,37)

Jesus Christus ließ sich als Opferlamm Gottes für die „Armen und Elenden“ auf dieser Welt am Kreuz hinrichten. ER selbst gab seine ganze Herrlichkeit auf, um denen die Liebe zu erweisen, die sich sonst nach ihrem irdischen Tod in der Hölle wiederfinden würden. Alle erlösten Menschen haben eines gemeinsam. Sie haben erkannt, dass sie ohne die Heilstat Jesu verloren wären. Wenn sich nun so ein Mensch von Jesus finden lässt, dann möchte unser Heiland und Erlöser, dass eben dieser Mensch in einer christlichen Gemeinde ein Nest zwischen gleichberechtigten Brüdern und Schwestern beziehen kann und dass ihm von den älteren Geschwistern Liebe entgegen gebracht wird.

Vergleicht man Jesu Forderung mit heutiger Realität, dann werden diese Worte in manchen Ohren wie ein Märchen klingen. Ja, die Liebe ist heutzutage bereits in vielen erkaltet (Mt 24,12).

Und manche Gemeinden setzen zur allgemeinen Lieblosigkeit noch einen drauf. Ja, sie mühen sich wirklich redlich um die „Verlorenen“ und betreiben zum Teil finanziell aufwändige „Evangelisationen“. Finden dann Menschen endlich den Weg in die Gemeinde, dann werden sie „betuttelt“, bis sie endlich Mitglied sind und ihren „Zehnten“ abgeben. Danach werden sie oft nur beurteilt, ob sie „ihre Gaben einbringen“, also der Gemeinde (oder Pastors Machthunger?) von Nutzen sind.

Im Raum Allgäu/Oberschwaben bröckeln einige Gemeinden, weil arrogante Älteste oder Pastoren wie Könige über ihre „Untergeordneten“ herrschen wollen. Wer sich ihnen nicht „unterordnet“ (die Bibel wird hier sehr als Gottes Wort bemüht!), wird hinaus gedrängt – wenn es sein muss, mit Polizeigewalt (so geschehen in einer Freikirche im Kreis Biberach). Menschen werden durch massiven geistlichen Machtmissbrauch manipuliert. „Unzuverlässige“ Glieder oder solche, die sich „nicht in die Gemeinde einbringen“, bzw. „den Zehnten“ nicht abtreten, werden genötigt, die Gemeinde zu verlassen.

Im übrigen, lieber Leser, wo in der Bibel steht, dass man in einer (menschlichen) Organisation, die sich Kirche oder Gemeinde nennt, Mitglied sein muss? Wer sich aber nicht als Mitglied anschließt, hat als „Gast“ in der Regel nichts zu sagen. Aber nicht nur das. Wenn jemand zu lange in einer Gemeinde „Gast“ ist und sich nicht einschreibt, dann wird er eventuell als unerwünscht weggeschickt (vergleiche obigen Bibelvers). Aber getrost liebe Geschwister, alle Gemeindeleiter, die solches Leid ins Volk Gottes bringen, werden sich vor IHM verantworten (Lukas 12,45). In der Haut eines solchen machtgierigen Menschen möchte ich nicht in die Todesstunde gehen.

Lieber Leser, diese Schilderungen sind weder erfunden, noch Einzelfälle. Es wird von Jahr zu Jahr deutlicher, dass wir in der Endzeit leben. Eigentlich kann man nur sagen „Preist den Herrn“, denn ER wird bald kommen. Lass dich trotzdem ermutigen, nicht alles zu glauben, was von der Kanzel kommt. Du hast eine Bibel, einen Verstand und den Heiligen Geist. Es kann nicht angehen, dass wir den Heiligen Geist durch einen Manipulationsgeist verdrängen lassen. Natürlich gibt nach wie vor ernstliche Pastoren, aber mittlerweile auch eine Menge falscher Propheten, die nur ihrem Bauch und Machthunger dienen. Prüfe alles, aber behalte nur das Gute. Schandtaten wie die oben beschriebenen dürfen auf keinen Fall verschwiegen werden, sie müssen ans Licht.

Allen Pastoren und Ältesten, deren Lebens-Mittelpunkt Jesus Christus ist, rufe ich von dieser Stelle zu: habt mit solchen „Kollegen“ nichts zu schaffen. Eure Anbefohlenen sind nicht für euch da, sondern ihr habt euch ursprünglich dafür entschieden, denen zu dienen, für die Jesus am Kreuz gestorben ist. Wenn ihr schon vergessen habt, was Jesus für euch getan hat, dann schaut die „Passion Christi“ an. Wer nicht korrekturbereit und -fähig ist, hat auf der Kanzel nichts verloren, sondern ist ein Feind Gottes.

Siehe auch Geistlicher Missbrauch in Deutschland, Literatur über geistlichen Mißbrauch.

Roland Best


 

Geistlicher Mißbrauch – Literatur

Diktatur der Frommen?! (MC)

(Petersen)
ERF-Verlag, Wetzlar, 1998

"Machtmißbrauch ist leider auch im christlichen Bereich Realität. Ein geistliches Amt kann durchaus dazu verleiten, andere zu unterdrücken und zu manipulieren. Aufdeckung und Hilfe sind oft gerade wegen der geistlichen Dimension besonders schwer. Aber unbedingt erforderlich. Und auch möglich!"

Geistlicher Mißbrauch

Die zerstörende Kraft der frommen Gewalt
(Johnson / VanVonderen)

Projektion J

"Warum verlieren Christen im Laufe der Jahre alle Freude am Leben in der Gemeinde, ja, am Glauben? Häufig ist der Grund nicht eigene Schuld, sondern <geistlicher Mißbrauch>. Die Gemeinde ist nicht selten ein Ort geistlicher Unterdrückung und Manipulation. Johnson und VanVonderen haben es gewagt, ein Tabu zu brechen und das Gespräch über den <geistlichen Mißbrauch> in unseren Gemeinden zu eröffnen."

Sie wollen nur dein Bestes

Wie man Enttäuschungen und Verletzungen in der Gemeinde überwinden kann
(Jeff Van Vonderen)

Projektion J, 1997

"Mit seinem engagierten Bestseller <Geistlicher Mißbrauch> hat Jeff VanVonderen bereist sein Gespär für heiße Eisen bewiesen. Auch in seinem neuen Buch enttabuisiert der Autor wieder in sehr sensibler, ehrlicher und umfassender Weise ein oft totgeschwiegendes Thema: Christen, die von ihren Geschwistern in der Gemeinde verletzt und im Stich gelassen wurden.
Das Gefühl, von den Mitgliedern der eigenen Gemeinde enttäuscht zu werden, ist niederschmetternd. Wie kann es geschehen, daß sich die Gute Nachricht von Vergebung und bedingungsloser Annahme als Mogelpackung entpuppt? Solche Erlebnisse können die eigene Identität, das Verhältnis zu anderen Chrsiten und letztendlich auch die Beziehung zu Gott schädigen oder gar zerstören.
<Sie wollen nur dein Bestes> entstand aus den zahllosen Reaktionen auf das Buch <Geistlicher Mißbrauch>. Es will verletzten Menschen eine Hilfe sein, die aus der Enttäuschung entstandenen Gefühle zu verstehen und wieder gesunde Beziehungen aufzubauen."

Wölfe in Schafspelzen

Machtmenschen in der Gemeinde
(Edin Lovas)

Brendow, Moers, 1996

"Sie leben unter uns. Sie sind kaum zu erkennen, und gerade das macht sie ungemein gefährlich. Machtmenschen herrschen nicht nur über das Leben anderer Christen, sie zerstören es sogar.

Wie geschickt sie im Verborgenen ihre Fäden ziehen und wie sie dabei entlarvt werden, beschreibt der Norweger Edin Loevas aus eigener Erfahrung. Es geht ihm nicht darum, Leiter oder Führungspersönlichkeiten in christlichen Gemeinden an den Pranger zu stellen, aber er weist deutlich auf die offenen Wunden hin, die durch Machtmenschen verursacht werden. Viele Beispiele aus dem Gemeindealltag untermauern die Argumente des Autors und geben konkrete Hilfen."

Geistlichen Mißbrauch heilen

(Ken Blue)
Brunnen, Basel und Gießen, 1997

"Geistlicher Mißbrauch ist eine Realität in Gemeinden und christlichen Organisationen. Doch wie kann es soweit kommen, daß Gemeindemitglieder unter quälenden Druck gesetzt und Missionsmitarbeiter verheizt werden? Wie kann es geschehen, daß Leiter Unterwürfigkeit verlangen, sich an Spenden bereichern oder gar an Frauen vergreifen?
Ken Blue zeigt nicht mit dem Finger auf die 'Täter', sondern will Leser dafür sensibel machen, wo geistlicher Mißbrauch im kleinen beginnt. Als Leitfaden nimmt er dafür die Kriterien, mit denen Jesus bereits die Pharisiäern demaskierte: das Aufladen von schweren Bürden, die Lust an der Selbstdarstellung und das scheinbar so fromme Verdrehen von Richtig und Falsch, von Wichtig und Unwichtig.
Aber auch den potentiellen Opfern hilft Blue, ihre Neigung zur Abhängigkeit zu erkennne. Anhand vieler Beispiele macht er Betroffenen Mut, den Weg der Befreiung, Heilung und Vergebung zu gehen."

Die Machtfalle

Machtmenschen in der Gemeinde

(Volker Kessler, Martina Kessler)
Brunnen-Verlag, Gießen 2001

"Vorgesetzte, die ihre Macht ausspielen, bietet die Welt in Hülle und Fülle. Aber Machtmenschen in der Gemeinde Jesu Christi – gibt es das wirklich? Viele Christen berichten, dass sie Erfahrungen dieser Art auch in der Gemeinde gemacht haben.
Welche Hinweise gibt die Bibel auf Machtmenschen? Welche Persönlichkeitsstrukturen liegen bei diesen Menschen oftmals vor? Kann man sich gegen ihre Einflüsse schützen? Dieses Buch nennt deutlich die Gefahren, zeigt aber auch gangbare Wege aus der Falle des Machtmissbrauchs auf."

Wölfe im Schafspelz

Wie Sie mit üblen Typen souverän umgehen
(George K. Simon)

Egoismus und Ignoranz greifen in steigendem Maße um sich:
Kollegen, die ihre Hilfsbereitschaft nur vortäuschen und Ihnen aber heimlich schaden, Vorgesetzte, die Ihre Schwächen ausnutzen, Kinder, die ihre Eltern gegeneinander ausspielen usw. .
Schnell kann man selbst einmal Opfer von Manipulationen werden. Um dem so weit wie möglich vorzubeugen, zeigt George K. Simon Wege auf, wie man am besten mit den "Wölfen im Schafspelz" umgeht:

  • Wodurch gelingt es diesen Menschen, andere zu täuschen, sie zu manipulieren und zu kontrollieren?
  • Warum fällt es Opfern so schwer, sich gegen manipulatives Verhalten zu wehren?
  • Wie kann man seine Persönlichkeit stärken, um das Manipulationsrisiko zu vermindern?
  • Mit welchen Taktiken treiben Manipulierer ihre Interessen voran?
  • Wie kann man die klassischen Schwachpunkte, die Manipulierer nutzen, um ihre Ziele zu erreichen, bei sich selbst erkennen?

Geistlicher Machtmissbrauch

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Roland Best

Über Roland Best

Roland Best ist Wirtschaftsinformatiker und Internet Erfolgshelfer mit Hauptfokus auf erfolgsoptimiertes Online Business und verkaufsoptimierte Webseiten.
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2 Antworten zu Machtmissbrauch

  1. Gast sagt:

    Hm, ich habe eher den Eindruck als ob Christen (nicht alle) versuchen in der heutigen Zeit (Gesellschaft) etwas darzustellen, aber Jesus sprach von Umkehr und Buße. Ich glaube daher kommen die vielen Verletzungen in den Gemeinden. Im neuen Testament steht geschrieben das Christen auf den Heiligen Geist hören sollen und tun was er sagt. "Du sollst Deinen Nächsten helfen."

  2. Nichtwichtig sagt:

    Hier kann man die Neuauflage des Buches „Geistlicher Mißbrauch“ mit einem „Gefällt mir“ unterstützen:

    https://www.facebook.com/GerthMedien.Buch/posts/843804245644096

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